• Sissi

Zwei Übungen um leichter Grenzen zu setzen

Aktualisiert: 8. Dez 2020

Mutter oder Schwiegermutter mischen sich zu sehr in dein Leben ein? Der doofe Kollege oder gar der Chef merken einfach nicht, wie ihr Verhalten dich beleidigt? Grenzen setzen und Nein sagen lässt sich trainieren und es kann sich richtig gut anfühlen.



Wie geht's dir mit Grenzen setzen? Hast du dazu ein Bild, ein Gefühl, bestimmte Erlebnisse, die du mit diesem Begriff verbindest? Denkst du dabei an deine Mutter, Schwiegermutter, Partner, Kollegin oder Chefitäten?


Ich konnte jahrelang überhaupt nichts mit diesem Thema anfangen. Was sollte das bedeuten? Wieso Grenzen? Wenn ich diesen Begriff gehört habe und versuchte darüber nachzudenken, verschwamm irgendwie alles im Kopf. Ich wurde immer verwirrter und ließ es dann sein.


Knoten im Hirn

Diese Verwirrtheit kam daher, dass ich es nie wirklich gelernt habe, meine Grenzen zu wahren und Nein zu sagen. Dieses Thema kam irgendwie in meinem Leben nicht vor. Ich war ein chronische Ja-Sagerin. Gut, mein Ja hatte viele Nuancen. Es konnte ganz begeistert klingen, aber auch sehr vage und kraftlos. Es ließ sehr viel Platz für Interpretation. Ein Versuch auf nette Weise Nein zu sagen?


Angst vor einem klaren Stopp

In Wirklichkeit hatte ich Angst davor. Ich hatte Angst vor Ablehnung, vor einem Konflikt, auch davor andere zu enttäuschen. Es fehlte mir außerdem so ein inneres Bild davon, wie ich das selbst machen würde. Es gab zu wenige gute Erfahrungen diesbezüglich in meinem Leben. Erinnerungen an ein Nein von mir, welches kein Drama auslöste, sondern akzeptiert wurde, diese fehlten. Grenzen setzen war also ein großer blinder Fleck.


Mittlerweile kann ich schon etwas mit diesem Begriff anfangen. Nicht immer schaffe ich es jedoch, klar darüber zu sein, was ich genau will und was nicht. Es ist work in progress, die Mühe lohnt sich aber :)



Wo sind meine Grenzen?

Um Grenzen setzen zu können, muss man erst einmal erkunden, wo die eigenen Grenzen liegen. Dazu hier einige Fragen. Nimm dir kurz Zeit und beantworte sie für dich.


Körperliche Begrenzungen

Wo höre ich auf und wo beginnt der andere? Ist die Haut die Grenze? Ist meine Komfortzone von einem Meter m um mich herum oder von 2 Meter der äußerste Rand von mir? In welcher Situation ist wo die Grenze (zuhause, im Büro, im Supermarkt, im Auto, im Bus)? Ab wann ist es mir zu eng? In welchen Situationen bin ich mit anderen gerne nahe, in welchen nicht?

Emotionale Grenzen

Was ist mit Worten und Emotionen? Was geht mir verbal zu weit? Was lasse ich mir zu nahe kommen? Welche Worte prallen an mir ab? Welche Gefühle von anderen lasse ich rein und welche blocke ich ab? Ist es mit Wut anders als mit Trauer?


Personen

Gibt es bestimmte Personen, die mir irgendwie immer zu nahe treten? Menschen, die mich schnell nerven? Was haben sie gemeinsam?

Zu wem kannst ich absolut nicht Nein sagen? Mit wem fällt es mir leicht? Wann sage ich automatisch Ja obwohl ich eigentlich gar nicht will? Von wem fühle ich mich des Öfteren ausgenutzt?



Muss ich mich denn abgrenzen?

Vielleicht fragst du dich wozu das überhaupt nützlich sein soll. Du musst dich natürlich nicht abgrenzen. Müssen tust du gar nichts. Aber sehr wahrscheinlich würde es dein Leben sehr erleichtern. Wie du vielleicht beim Durchlesen und Durchdenken der Fragen oben gemerkt hast, gibt es sicher viele Situationen, in denen das Abgrenzen nicht ganz rund läuft, oder?


Grenzen setzen bedeutet Klarheit schaffen

Grenzen sind nicht etwas Gemeines, womit ich andere ausschließe. Es ist ein klarer Bereich den ich aufspanne und in dem ich mich wohlfühle. Mit gut gesetzte Grenzen fühlst du dich respektiert und die anderen tun sich leichter, denn sie haben eine Orientierung, wie sie mit dir umgehen sollen.





Müssten es die anderen nicht merken, wenn sie zu weit gehen?