• Sissi

Mein Jahresrückblick 2021: Vorankommen ohne Selbstoptimierung

Aktualisiert: 22. Nov. 2021

In Vorbereitung für meine Visionboard Workshops habe ich schon begonnen zurück zu blicken. Was war los im Jahr 2021? Welche Learnings hatte ich? Was ging auf, was gar nicht? Ein großes Thema war freudvolles Arbeiten ohne getriebene Selbstoptimierung.

Schluss mit Selbstoptimierung

Gerade als Selbständige fühlte ich mich von Anfang an verleitet mich und meine Arbeit konstant zu verbessern. Ich war dabei die meiste Zeit sehr unzufrieden.


Was kann ich besser machen? Was kann ich noch nicht? Wo mache ich was falsch? Wie machen das die anderen? Wieso läuft es bei denen beser als bei mir?


Sich diese Fragen zu stellen macht natürlich Sinn, denn schließlich will man ja auch gut vom eigenen Unternehmen leben können.


Aber wo endet die Optimierung? Für mich endet sie klar da, wo sie mich unglücklich macht.


Wenn ich von Vornherein davon ausgehe, dass ich zu wenig kann und nicht gut genug bin, dann bringt mich die Selbstoptimierung nur noch tiefer in eine Krise.


Sich selbst zu verbessern ist aber nicht per se schlecht. Es hängt eben von der dahinter stehenden Frage, der Sichtweise ab. Optimiere ich mich um besser zu verkaufen? Optimiere ich mich um in der Gesellschaft angesehner zu sein? Optimiere ich mich um Lob zu bekommen? Optimiere ich mich damit meinE PartnerIn mich mag?


Oder arbeite ich an mir, weil ich mutiger sein will, weil ich weiß ich könnte Dinge erreichen, die mir echt am Herzen liegen? Optimiere ich mich, weil ich weiß, da steckt noch so viel Potenzial in mir drinnen?


Dazu habe ich einen Artikel auf brigitte.de gefunden in dem dieser schöne Satz steht:


Die Sache ist nämlich die: Um unser bestes Ich zu sein, müssen wir nicht im Einklang mit irgendwelchen Vorgaben leben (so individuell sie auch auf uns zugeschnitten sind), sondern in erster Linie mit unserer inneren Stimme und unseren Bedürfnissen.

2021 entschied ich mich dieser inneren Stimme voll zu vertrauen.


Brauche ich mehr Struktur?


Zu Beginn des Jahres habe ich versucht, mich in eine Struktur zu pressen. Ich ging davon aus, dass ich am besten arbeite und ganz super-erfolgreich werde, wenn ich streng nach Plan vorgehe.

Die ersten 3 Monate diesen Jahres habe ich eine wöchentliche Planung gemacht mit Prioritätensetzung. Dann habe ich nach und nach gemerkt, dass ich mir immer zu viel vornehme und dass ich dann vieles auf die nächste Woche verschieben musste. Ich bekam voll den Stress. Mit diese Art von Planung habe ich mich also noch mehr unter Druck gesetzt, anstatt mir die Arbeit zu erleichtern.


Dann kam das Umdenken. Ich brauche nicht eine externe Struktur, die mich zu etwas zwingt. Ich brauche eine Struktur, die mir erlaubt, impulsartig zu arbeiten. Wenn mich der Impuls packt, mich eine Idee nicht loslässt, dann verfolge ich sie. Zum Beispiel kam mir die Idee für mein Workbook, und lies mich nicht los. Ich musste mich hinsetzen und daran arbeiten, ansonsten wäre mein Kopf explodiert :)


Wenn ich nun einen fixen Plan für die Woche hätte, dann würde ich dem Impuls nicht folgen. Oder ich würde ihm folgen und dann ein schlechtes Gewissen haben, weil andere Dinge liegen bleiben.


Seit April arbeite ich nun vorwiegend impulsartig und ich finde es wunderbar. Es ist auch gar nicht so chaotisch, wie es klingt.


Für bestimmte Projekte führe ich immer noch To-Do-Listen, aber ich plane nicht mehr für meine gesamte Woche und mein gesamtes Leben. Ich will nicht auf meiner To-Do Liste stehen haben „Freunde treffen“. Das ist schon etwas Planbares, aber ich möchte es nicht als Arbeitspunkt wahrnehmen, sondern als natürlichen Teil meines Lebens, ganz ohne Plan.



Die große Vision als große Struktur

Was mir hilft am Ball zu bleiben und meine großen Ziele nicht zu vergessen ist, wie du dir wahrscheinlich denken kannst, das Visionboard.

Zu Beginn des Jahres setze ich mir damit große Ziele, und dann verfolge ich sie ohne Druck. Es sind Vorhaben im hintersten Hinterkopf. Sie sind immer da, aber sie setzen mich nicht unter Druck. Ohne Detailarbeit komme ich meinen Zielen nähen und ich lasse viel Freiraum für Dinge, die ins Leben kommen wollen.

Meine Ziele für 2021: was habe ich erreicht?

Und jetzt wird's konkret. Welche Ziele konnte ich erreichen obwohl ich "nicht mehr" selbstoptimiere? Die großen Ziele, die ich mir Anfang des Jahres gesetzt habe, waren:


  • 2.000 € netto verdienen

  • Ende des Jahres von der Selbständigkeit leben können

  • 1 Fortbildung machen

  • 1 Halbmarathon laufen, 1 Traillauf vollenden

  • mehr Quality Time mit Mann und Familie und FreundInnen

Mein Einkommensziel


Ja, ich habe es geschafft durchschnittlich 2.000 € netto zu verdienen. Von im Vergleich zu letzten Jahr durchschnittlichen 1.600 Euro im Monat, mit Arbeit in Anstellung und selbständiger Arbeit, bin ich jetzt auf einem für mich sehr guten Ausgangslevel. Ich konnte meinen Notgroschen wieder aufbauen und spare nun auch konsequent Geld für größere Investitionen.

Für viele sind 2.000€ viel, für viele ist das wenig. Mittlere Nettojahreseinkommen in Österreich lagen 2019 bei den Frauen bei 18.233 € und bei den Männer bei 25.938 €. Das sind 1.519,4 € und 2.161,5 € monatlich.


Liebe Frauen, wir haben hier also einiges aufzuholen! Dazu empfehle ich den Podcast namens Madame Moneypenny!


Ordnung und Übersicht in die eigenen Finanzen zu bringen ist auf jeden Fall Schritt Nummer 1 Richtung finanzieller Unabhängigkeit. Und es ist auch wichtig, dass wir offen über das Thema Geld reden, deshalb bin ich hier auch so ehrlich.

Die 2000€ haben sich nicht durch einen Ausbau meiner selbständigen Arbeit ergeben, sondern dadurch, dass ich nun mehr Stunden für Respekt.net arbeite und nebenbei auch noch ganz viel selbständig gearbeitet habe, plus alle möglichen Nebenjobs und Hilfsarbeiten erledigt habe. (Stichwort Lockdowns und Stichwort Verbot von körpernahem Arbeiten).

Über meine neue Anstellung bin ich sehr froh, denn ich liebe es mich bei Respekt.net in Sachen Verbreitung von gemeinnützigen Crowdfunding-Projekten einzubringen und mich um alles mögliche technische, wie die Website, zu kümmern. Andererseits, war es eine große Herausforderung, weil wir durch einen Personalwechsel ein paar Monate unterbesetzt waren, und echt megaviel zu tun war. Dann noch das eigene Business aufrecht zu halten ist fast unmöglich.


Fürs kommende Jahr wünsche ich mir jedenfalls, dass mehr Pausen möglich sind und ich nicht ganz so viel Stress habe, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. :)

gif


Nur noch selbständig sein?


Mein Ursprungsplan war, dass ich Ende 2021 nur mehr von meinem eigenen Business leben werden. Dieser Plan hat sich nun völlig verändert. Ich möchte weiterhin hybrid-selbständig sein: in Teilzeit angestellt, in Teilzeit mein eigenes Business haben.


Diese Abwechslung liebe ich sehr: Arbeit am Computer und in einem Team eingebunden sein, sowie Arbeit gänzlich ohne technische Geräte, nur mit einer einzigen Person.


Und natürlich hat die Anstellung den Vorteil von planbarem, stabilen Einkommen. :)

Eine große Ausbildung


Ich wollte eigentlich eine größere Ausbildung beginnen, habe das aber schweren Herzens doch aufgegeben. Das hätte einfach den Rahmen völlig gesprengt. Irgendwie, mit ganz viel reinquetschen und mich total überarbeiten, wäre es sich schon ausgegangen. Aber was hilft es, wenn ich ausbrenne, auch wenn ich Sachen tue, die ich liebe?


Gelernt habe ich nichtsdestotrotz genug. Ich höre sehr viel Podcasts und lerne über Online Marketing, Öffentlichkeitsarbeit für Vereine, persönliche Finanzen und übers Laufen.


Unser Onlinekurs ging online

Im Rahmen meiner Arbeit bei Body of Power konnte ich im Dezember 2020 einen Videokurs bei Beatrice Madach machen. (Empfehlung!)


Das Gelernte habe ich intern im Team weitergegeben und wir konnten gemeinsam ein echt gutes Produkt erstellen. Wir haben unseren ersten, eigenen Onlinekurs gedreht, geschnitten und veröffentlicht. Da bin ich echt megastolz!


Es war richtig viel Arbeit, aber im April ging der Kurs online. Nun müssen wir ihn nur noch unter die Leute bringen. Dafür hatten wir dann, nachdem alles fertig war, alle keine Power mehr :)



Gruppenfoto Body of Power

Laufen


Meinen Halbmarathon konnte ich leider nicht absolvieren, denn ich wurde kurz vor dem Vienna City Marathon krank.


Dafür habe ich einen kurzen, aber steilen Traillauf vollendet. Bei zuerst eiskaltem und dann strahlend-schönem Wetter ging der Kahlenberglauf über die Bühne. Ich konnte auch mein Ziel, nicht Letzte zu werden, schaffen :D und jeder Anstieg wurde mit einer traumhaften Aussicht belohnt.




Quality Time


Von „hochwertigem“ Zusammensein mit meinem Mann, meiner Familie und meinen FreundInnen kann es in Wirklichkeit sicher mehr geben. Aber das Jahr war voller schöner Ausflüge und langen Telefonaten, die ich sehr genossen habe! Dankeschön!


Es gab auch einige gute Streits, die uns schlussendlich näher zusammenbrachten, als das sie trennten.

Unschönes


Eine Entwicklung war ziemlich traurig: unser Traumhaus wurde leider zur Riesenbaustelle. Der Garten sowie die alten Häuser nebenan wurde abgerissen und nun sind seit dem Frühjahr Bauarbeiten. Diese Arbeiten laufen von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr abends. Homeoffice im Garten war nur an wenigen Tagen möglich und generell war der Garten nur noch am Wochenende ein Ort der Ruhe und Erholung.


Darüber hinaus wurde unser großer uneinsichtiger Garten nun zum Mittelpunkt einer Arena. Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, dass wir auf der Suche nach einem neuen Traumhaus sind.

Besondere Momente


Sitzungen geben


Jede 1-zu-1-Sitzung ist ein besonderer Moment. Klingt schmalzig? Nein, es ist wirklich so, denn in meinen Sitzungen kommen die Gedanken zur Ruhe und die Klienten erfahren diese tiefe, angenehme Stille. Das ist eine Stille, die Kraft gibt, die einem sagt: „Alles ist gut.“ Diese Stille mit meinen KlientInnen zu teilen ist auch für mich nährend und immer etwas wofür ich sehr dankbar bin.

Mutmacherin

Riesig gefreut habe ich mich über diesen Artikel in den Bezirksblättern.

Zeitungsartikel mit Sissi Grießler
Sissi Grießler lässt Menschen zur Ruhe kommen - und ihre Träume finden. Wie sie trotz Corona (wieder) startete.

Und im Onlineartikel gibt es sogar ein Videointerview mit mir. :) Videoqualität allerdings ... verbesserungswürdig.


Buchungen aus heiterem Himmel


Überrascht war ich, als ich gleich für 6 Visionboard-Workshops gebucht wurde.


Fazit


Ein Jahr mit vielen hart erkämpften Erfolgen und einigen sehr kräftezehrenden Entwicklungen. Persönlich stehe ich aber auf viel selbstsichereren Beinen und setze einen Fuß vor den anderen, auf meinem selbst gewählten Weg. Meine innere Stimme leitet mich.


Wie war dein Jahr 2021?

Hol dir mein Workbook um gemütlich, aber strukturiert mit fünf Aufgaben an fünf Tagen Rückschau zuhalten. Und zusätzlich bekommst du eine Phantasiereise. Das ist ein Audiotraining um nach vorne zu blicken, was das kommende Jahr für dich bereit hält.


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