• Sissi

Von der Leichtigkeit, die Dinge zu nehmen wie sie sind

Aktualisiert: Juli 3

Ich möchte euch heute von einer kleinen Begegnung erzählen, die ich mit den Frauen im Wald hatte. Achtung: auch für Männer interessant ;)

Eine Begegnung an die ich oft denke, obwohl sie jetzt nicht besonders großartig oder recht lange war, trotzdem hat sie mein Leben umfassend verändert und verbessert.


Wir waren für einen Tag und eine Nacht in einem traumhaften Naturgarten mit Wald und Wiese, mit knisterndem Lagerfeuer, mit Gesang und Kinderstimmen. Es war Winter, ohne Schnee aber mit sehr frischer Luft. Wir fanden uns zur morgendlichen Besprechungsrunde zusammen. Ich glaube wir waren insgesamt 15 Frauen. Ein paar hatten trotz der niedrigen Temperaturen im Freien geschlafen.


Ich hatte eine „schlechte Nacht" ...

Ich dachte an meine Nacht zurück. Ich habe gemeinsam mit einigen anderen in einer wunderschönen, gut beheizten Jurte übernachtet, aber ich hatte eine „schlechte Nacht". Ich kam in keinen tiefen Schlaf, sondern war wach oder halbwach, mit vielen wirren Gedanken. Mein Kopf fühlte sich durchgehend gestresst und unruhig an.


Ich wollte einfach nur endlich einschlafen und mich auch nicht rumwälzen, um die anderen nicht zu wecken. Also lag ich da und setzte mich unter Druck: „schlaf ein, lass locker, entspann dich".


Morgens ein dunkles Wölkchen um meinen Kopf ...

Jetzt, nach dieser Nacht fühlte ich mich geschlaucht. Ich war ärgerlich auf mich: wieso bin ich nicht einfach aufgestanden und an die frische Luft gegangen? Ich hätte mich auch ruhig drehen können, so leicht wecke ich die anderen auch nicht auf. Nun werde ich den ganzen Tag müde und grantig sein, na toll! All diese miesen Gedanken bildeten

ein dunkles Wölkchen um meinen Kopf.


Ich sagte, als ich an der Reihe war: „Ich habe schlecht geschlafen." Dann fragt mich S., was das heißt schlecht zu schlafen. Verwundert sagte ich: „Naja, kein Tiefschlaf, nur so Halbschlaf mit wirren Gedanken". Sie sagte: „Ah, so habe ich auch geschlafen. Das ist weder gut noch schlecht für mich. Ich verbringe den heutigen Tag trotzdem so, wie ich will. Und wenn ich zu müde bin, dann leg ich mich einfach kurz hin."


Ertappt!

Ich war sprachlos. Es war so als hätte mir jemand ein großes Brett kurz auf den Kopf geknallt und nun war ich wieder klar. Ich wurde also dabei ertappt bzw. habe ich mich dabei ertappt, dass ich meinen Schlaf total negativ bewerte. Es war schlecht und jetzt habe ich einen schlechten Tag. Schlecht, schlecht, schlecht.


S. nahm ihren Schlaf einfach wie er war: okay, leichter Schlaf, war einfach so. Jetzt mache ich weiter mit meinen Sachen. Punkt. Kein Drama. Ich selbst war offensichtlich voll im Drama: alles blöd, so ein schlechter Schlaf darf nicht sein. Ich bin so arm und bedauernswert, weil ich nicht "gut" geschlafen habe. Ratter, ratter.


Es ist aber kein Drama.

Es gibt wirklich Schlimmeres als eine Nacht keinen tiefen Schlaf zu haben, oder?





Seit diesem Tag mache ich mir kaum mehr Stress, wenn ich nachts geweckt werde oder wenn ich zu spät Kaffee getrunken habe und der Kopf dann im Bett noch lange rotiert. Ich nehme es wie es ist und mache nach dem Aufstehen das, was ich mir vorgenommen habe. Ich denke immer wieder an S. und ihre Leichtigkeit, die Dinge zu nehmen wie sie sind. Man kann es sich so leicht machen, wenn man das möchte. :)


Eine kleine Änderung der Einstellung mit großer Wirkung ...

Dieses Beispiel klingt vielleicht völlig banal. Ist es aber gar nicht. Ich habe so viel mehr bessere Tage in meinem Leben. Es gibt mehr Tage an denen ich mich einfach wohl fühle, an denen ich das tue, was mir Spaß macht. Ich lasse mir nicht durch nächtliche Störungen meinen folgenden Tag vermiesen. Ich gestalte meinen Tag selbst und bin dabei viel lieber gut drauf, als grantig.


Die Einstellung zum Schlecht-schlafen ist genauso wie die Einstellung zum Im-Stau-Stehen, zum Regenwetter, zu einem Missgeschick, zu allem was sich gerade nicht ändern lässt. Wie gehe ich damit um? Mach ich ein Drama daraus und fühle mich dann noch mieser? Bin ich verärgert und schnauze die nächstbeste Person an? Bin ich gestresst und tue alles um zu kompensieren was nicht zu kompensieren ist?


Wie gehst du mit Missgeschicken um? Würdest du das gerne ändern?



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